Bewerbung eines jungen Druiden - Urian Arvenholz

  • Ein junger, grünhaariger Druide tritt ein, verbeugt sich und stellt sich Euch als "Urian Arvenholz" vor. Er schaut sich zurückhaltend aber nicht ohne den typischen Stolz eines Nachtelfen um. Dann beginnt er zu sprechen.


    Bevor der Weltenbaum angezündet wurde, half ich während vielen Jahren meinem Vater im Handwerksviertel. Ich kümmerte mich um seine Aufträge und erledigte viele kleine und unsichtbare Arbeiten, die den Bewohnern von Teldrassil nützten.

    Weder scherte ich mich um Politik, noch um andere Völker oder um die Kriege, die irgendwo da draussen geführt wurden und noch geführt werden.

    Aber als der Weltenbaum von den Agressoren angezündet wurde, veränderte sich mein Leben schlagartig. Ich ging zum Tempel und half, wo es ging. den Portalwirkern brachte ich Trank und Speis, denn sie erfüllten einen wichtigen Auftrag. Das Feuer wurde immer heisser, die Flammen schlugen immer höher und es wurde unerträglich. Ich wollte Vater und die wichtigsten Habseligkeiten und Wertsachen aus dem Handwerksviertel retten. Doch eine Menschenfrau - es hiess sie sei die Gattin eines Wolfskönigs - riet mir, umgehend durch ein Portal zu treten. Meinem Vater wäre nicht mehr zu helfen. Als die Bäume rund um den Tempel lodernd zusammenbrachen und unter den Feuerbrunst ächzend stürzten, wusste ich, dass sie recht hatte.

    Diese fremde Portalmagie war mir nicht geheuer, aber sie rettete mein Leben. In der fremden Welt der Menschen fand ich mich zuerst nicht zurecht, und die Details meiner Alpträume in Sturmwind möchte ich Euch an dieser Stelle ersparen. Eine junge Worgin öffnete mir schliesslich die Augen und half mir zu verstehen, wer ich sein könnte. Es wurde mir klar, dass ich den Kaldorei nur helfen kann, indem ich selbst begann, zu kämpfen und mein neues Leben in die Hand nehmen würde.

    So entschied ich mich, den Weg der Druiden einzuschlagen. Seit kurzem bilde ich mich aus und folge dem Pfad der Natur. Dabei bin ich auf Euren Zirkel gestossen.

    Ich bewerbe mich, um Eure Reihen zu verstärken. Ich bewerbe mich, um Euch in dem Kampf gegen die Feinde zu unterstützen. Ich bewerbe mich, um meine Schwester Vilerina und meinen Vater zu finden, die hoffentlich noch leben und ebenfalls fliehen konnten.

    Gezeichnet

    Urian Arvenholz, Druidenlehrling

  • Hallo allerseits

    Und hier noch der OOC-Teil, damit Ihr wisst, wer die Person hinter dem grünen Druiden ist.

    Seit der Open-Beta spiele ich WoW, mal mehr und mal weniger. Zu Beginn habe ich auf der blauen Seite gespielt und bin dann mit Einführung der Blutelfen auf die rote Seite gewechselt wo ich eine lange Zeit verbracht habe. mit WoD bin ich dann allerdings wieder zurück auf die blaue Seite gewechselt, wo ich unterdessen nicht mehr weg möchte.

    Nach dem Start des Servers "KdV", dem Kult der Verdammten, war ich nur noch dort anzutreffen. Mit meinen Chars habe ich das Rollenspiel dort eine lange Zeit mitgeprägt, sei es auf auf Allianz- oder auf Hordenseite.

    Dank Ela bin ich nun hier und würde mich freuen, ab und zu gemeinsam mit Euch was unternehmen zu dürfen.

    Privat bin ich ein geistiges Kind der 80'er-Jahre, verheiratet und Vater von 2 Jungs die uns ziemlich auf Trab halten. Beruflich zu 100 % tätig mit diversen ehrenamtlichen Themen in der Freizeit. Finde aber trotzdem immer wieder die Zeit und die Motivation für Azeroth. WoW hat mich nie mehr losgelassen, sei es die Stimmung an ausgewählten Orten, die Musik, oder das Schreiben von RP-Geschichten, die das Leben meiner Charaktere beschreiben und weiter führen. Oh, und ich bin Eidgenosse, was jegliche Diskussion nach Bundesländern erübrigen dürfte.

    Wer wissen möchte, welche Charaktere ich in der Vergangenheit auf dem KdV geprägt habe, darf mich gerne darauf ansprechen.

    Es grüsst

    Thomas

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  • Hallöchen Thomas aka grüner Druide!


    Schön, dass Ela dich in unsere Gefilde gelockt hat (*gibt ihr ein ganz besonderes Thanris-Leckerli*). Deine Bewerbung liest sich genauso reduziert wie spannend, und ich freue mich, dich ooc wie ic kennenzulernen.

    Zur Zeit sind wir nach unserem Plot wieder auf der Mondlichtung und dort auch zu unterschiedlichen Zeiten im RP aktiv. Am besten und unkompliziertesten ist es, wenn du einfach so dreist bist duch zu uns zu gesellen und uns anzu-rpn. Die meisten von uns beißen nur auf Befehl, und wenn einer ohne Befehl beißt, bekommt er von Thanris einen Maulkorb ;D


    IC bin ich gespannt, wie du dich beim Aufnahmeritual und auch im alltäglichen Einheitsgeschäft schlagen wirst und freue mich auf gutes RP in Zukunft :)


    Thanris

    An Eye for an eye, a tooth for a tooth...and Evil for Evil.

  • Hallo Thomas,


    ich freue mich ganz besonders über diese Bewerbung, wir kennen uns bereits aus Classic-Zeiten und haben zusammen damals unsere Wechsel von Blau zu Rot bespielt. Lange ist das her, aber natürlich nie vergessen.


    Von meiner Seite hast du immer einen Platz bei uns :)


    Gruß

    Ela

  • Oh, und ich bin Eidgenosse, was jegliche Diskussion nach Bundesländern erübrigen dürfte.

    Endlich mal Verstärkung!schweiz#smiley

    Bin gespannt dich OC und IC kennen zu lernen! Wie oben gesagt sind wir grade auf der Mondlichtung aktiv. Einfach dazugesellen und den Kontakt suchen, das geht fast von alleine!;)

    Deine Bewerbung liest sich gut und hat einen guten Ansatz, bin tatsächlich auch gespannt wie das IC sich entwickeln wird. Aktuell bin ich leider nicht ganz zuverlässig was online-Zeiten betrifft, aber sicherlich sieht man sich die Tage mal.


    Gruess us de Schwiiz,

    Kelu

    "The best argument against democracy is a five-minute conversation with the avarage voter."


    -Sir Winston Churchill

  • Danke für den netten Empfang, ich werde mich gerne beteiligen, wenn es möglich ist. Mit den Online-Zeiten ist es allerdings nicht immer so planbar, aber wenns passt, natürlich gerne.

    Heute Abend wird leider nicht möglich sein, da ich noch eine familiäre Verpflichtungen habe und ich nicht weiss, wann ich abends noch online sein könnte. Wir werden sehen...

    @Kelu: Starki Sach! Tönt bi Dir nach Olma oder Lozärn? :)

    Der Kult ist (oder war) Kult, ja. Aber ich bin neulich grade verschrocken als ich in Sturmwind war und den Vergleich hatte zwischen KdV und Aldor. Das sind Welten, was die Spielerzahl und im Besonderen die RP'ler betrifft ||

    Ich persönlich bin schon lange dafür, die RP-Server allesamt zusammen zu ziehen, denn auch die Trennung zwischen PvE und PvP ist nun überall dieselbe, und das Spielgefühl ist - mmn - dasselbe, egal WO man das RP pflegt.

    @Ela: Danke! :mrgreen:

  • Der Kult ist (oder war) Kult, ja. Aber ich bin neulich grade verschrocken als ich in Sturmwind war und den Vergleich hatte zwischen KdV und Aldor. Das sind Welten, was die Spielerzahl und im Besonderen die RP'ler betrifft ||

    Wobei Sturmwind leider auch zu 80% eher schlechtes RP enthält und man leider die wunderlichsten Gestalten dort antrifft. Ist dort nicht immer leicht, gute Spielpartner zu finden. Aber Sturmwind ist glücklicherweise nicht die komplette Aldor ;)


    Herzlich Willkommen auch von meiner Seite!

  • Eine Frage noch an die Gilden- oder Forumsleitung. Ich plane um den Druiden hier eine Geschichte. Wo innerhalb des Forums darf ich diese platzieren?

    Gaomee : Danke sehr, toller Avatar!

    Danke dir! ;)


    Was deine Frage betrifft (auch wenn ich nicht zur Leitung gehöre, versuche ich sie zu beantworten^^). Wir haben im Forum das sogenannte lebendige Archiv, wo wir die Charaktergeschichten insgesamt posten. Dafür bist du aber leider erst nach der Aufnahme in die Gilde freigeschaltet. Eventuell könntest du einen Thread im Plaudersofa einfach eröffnen und er wird dann nach deiner Freischaltung einfach verschoben in den Bereich. Dann kannst du schon mal problemlos anfangen zu schreiben. Oder du schreibst hier im Anwärterbereich.


    Weiß nicht, welche Ideen die anderen noch haben?

  • Urian Arvenholz

    Prolog 1 – Urian und Vilerina


    Die vor zwei Wochen aus frischen Samen gezogenen Silberblätter gediehen prächtig. Urian wässerte sie sorgfältig und streichelte mit seinen Fingern sanft über die jungen Blätter und Triebe. Ja, Vater war stolz auf ihn, denn er hatte ein geschicktes Händchen für die Kräuter und Pflanzen. Nachdem er seine Arbeit verrichtet hatte, wanderte sein Blick über die Dächer der Terrasse der Handwerker hinüber zum Tempel des Mondes. Urian genoss den Frieden in Darnassus und war stolz darauf, hier seinen Platz zu haben und seinen täglichen Aufgaben nachgehen zu können. Ein plötzlicher Windhauch schreckte ihn aus seinen Gedanken hoch, und hinter ihm vernahm er die vertraute Stimme seiner Schwester:

    „Bruderherzchen, was tust du nur?“

    Eine agile, weisshaarige Nachtelfe in Sturmschleierrüstung blickte ihn frech grinsend an. Urian reagierte gelassen

    „Ich kümmere mich um frische Reagenzien für Vaters Tränke. Und Du schleichst Dich hier wieder einmal herum, Vilerina? Wie lange beobachtest Du mich schon?“

    „Genügend lange, um zu sehen, dass Du Dir endlich eine RICHTIGE Aufgabe suchen solltest.“

    Sie trat näher, musterte die jungen Silberblätter und streckte Urian dann ihre rechte Hand hin.

    „Und meine Flitzdisteln?“

    „Deine Höflichkeit blieb in den Schatten verborgen, wie mir scheint!“ Jetzt wirkte Urian etwas verstimmt, doch Vilerina reagiert sofort:

    „Und meine Flitzdisteln, BITTE?“

    Er deutete auf ein kleines Beutelchen, das auf dem grossen Arbeitstisch lag. Sie trat dorthin, öffnete es und nahm die grünen, getrockneten Blätter hervor. Begeistert klatschte sie in die Hände.

    „DANKE! Das hilft mir und hält mich wach und flink. Du solltest unbedingt auch den Weg des Schleichens wählen, Bruderherzchen!“

    Urian schüttelte den Kopf: „Nein, mir steht der Sinn nicht nach Kampf. Ich bin ganz zufrieden hier.“

    „Aber was würdest Du tun, wenn Du Darnassus verlassen müsstest. Wenn Teldrassil angegriffen würde? Die Orks lauern überall. Und jüngste Berichte über Schiffe der Verlassenen vor den Küsten Kalimdors sind…“

    Er unterbrach ihre Schwester: „Ana’duna falore. Vielleicht wird unser Volk bald bedroht. Aber es gab noch immer einen Weg für die Kaldorei, Vilerina. Ich höre den Ruf der Natur. Ich höre das Flüstern der Gräser und Blumen, das Raunen der Bäume und Wurzeln, aber ich antworte ihnen nicht. Mein Platz ist und bleibt hier, bei Vater.“

    Die Schleicherin seufzte kurz und nickte dann zustimmend.

    „Auch wenn Du Deine Kräfte hier verschwendest, Thero’shan, hast Du vermutlich recht . Ich sollte nachsichtiger mit Dir sein. Aber wenn ich an einer Kriegsfront gebraucht werde, dann sei bitte nachsichtig mit mir. Bitte sei mir nicht böse, dass ich dann nicht hierbleiben und mich ebenfalls um Vater sorgen kann. Dann möchte ich kämpfen, und für unser Volk einstehen!“

    „Dafür kriegst Du ja die Flitzdisteln. Du wirst Dich schon nicht erwischen lassen, Schwesterchen! Ich habe Vertrauen in Dich.“

    Vilerina grinste ihren Bruder frech an: „Ishnu-alah, Urian!“ Und im nächsten Moment sprang sie in die Schatten.

    Urian wollte noch nach ihr greifen und sie an ihrer Sturmschleierrüstung festhalten, aber er hatte keine Ahnung, wo sie steckte. Er spürte aber, dass sie noch nicht weit weg war. So flüsterte er leise und in der Hoffnung, dass sie ihn noch hören konnte: „Pass auf Dich auf, Schwesterherzchen, ande’thoras-ethil!“

    Er drehte sich um, ging zum nächsten Pflanzkasten und goss die Friedensblumen.

  • Welches Kennzeichen denn? Ich hab ein BL-Schild, und das ist NICHT Zollernalbkreis und auch nicht Belluno

    AG steht bei mir aufm Auto^^

    "The best argument against democracy is a five-minute conversation with the avarage voter."


    -Sir Winston Churchill

  • Urian Arvenholz

    Prolog 2 – Als der Weltenbaum brannte


    Die Nachtelfen waren längst gewarnt, als dumpfer Donner davon zeugte, dass Teldrassil Ziel des hordischen Angriffs wurde. Die riesigen, lodernden Geschosse der Angreifer steckten den Weltenbaum in Brand. Die Dunkelheit der Nacht wurde durch das lodernde Feuer taghell, und die Funken tanzten im Nachthimmel.

    Panik brach aus! Überall in Darnassus schrien und liefen die Nachtelfen um ihr Leben, während sie von den Schildwachen angehalten wurden, Ruhe zu bewahren und sich zum Tempel zu begeben. Und Urian dachte nicht daran, seine Heimat zu verlassen. Sein Vater war am selben Morgen nach Dolanaar gereist, wohl um frische Kräuter und Samen für den Laden zu sammeln. Er war bis zum Angriff nicht zurück gekehrt.

    Und Urian wollte Darnassus durch das Osttor verlassen, um nach ihm zu suchen, aber die Schildwachen hinderten ihn daran, die Stadt zu verlassen.

    „Es ist zu gefährlich! Geh zum Tempel wo die magischen Portale uns alle in Sicherheit bringen werden!“ Riefen die Wachen ihm zu. Aber er wollte nicht auf sie hören. Er wollte einfach nur seinen Vater warnen und retten gehen. Aber er wurde nicht hinausgelassen.

    Die Flammen der Feuerbrunst schlugen höher und höher, und es wurde immer heisser. Die ersten Äste des Weltenbaumes brachen unter der Last des Feuers, fielen hinunter auf die Stadt und begruben Häuser und Kaldorei unter sich.

    „Auf zum Tempel, vorwärts! Worauf wartet ihr? Hier ist es vorbei!“ Rief ein Druide und mahnte die Bewohner Darnassus‘ zur Flucht. Urian begriff, dass es zu spät war. Zu spät für seinen Vater und zu spät für diese Welt hier. Er liess sich mit den flüchtenden Nachtelfen in Richtung Tempel treiben, wo ein riesige Menge an Kaldorei, Junge und Alte zugleich, Frauen, Männer, Kinder und sogar Säuglinge, auf ihre Rettung warteten, indem sie durch das Portal in die Welt der Menschen gerettet würden.

    Doch die zahlreichen Magier, die die Portale aufrecht hielten und durch die die Kaldorei flüchten konnten, waren schwach und ausgelaugt. Einige liessen ihre Hoffnung fahren und ihre magischen Kräfte liessen nach. Doch der Strom der Flüchtenden wurde nicht weniger, obwohl sich immer mehr der Portale schlossen.

    Urian packte sich einen Tonkrug, ging zum Mondbrunnen und füllte ihn mit frischem Wasser. Diesen reichte er danach einem erschöpften Magier, der ihn dankbar nahm und ihn fast in einem Zug austrank. Danach war der Magier wieder in der Lage, ein Portal zu beschwören, das mehr Flüchtenden die Möglichkeit gab, den Ort des Schreckens lebend zu verlassen. So versorgte Urian die Magier mit frischem Wasser, bis schliesslich eine Menschin vor ihm stand und ihn darum bat, den Tempel ebenfalls zu verlassen.

    „Schreitet durch das Portal, Kaldorei! Es ist bald zu spät für die Flucht. Rettet Euch, wenn Ihr überleben möchtet!“

    Er sah sich um und erkannte, dass jetzt sogar die Magier durch die Portale hindurch traten, um sich selbst zu retten. Nur noch wenige Portale blieben bestehen, beschworen durch die stärksten und mächtigsten Zaubermeister der Allianz. Es waren aber deutlich zu Wenige, um alle hier verbliebenen Nachtelfen zu retten. Und Urian wurde erneut aufgerufen, zu fliehen.

    „Es ist Zeit für Euch!“ Rief ihm die Menschin wieder zu.

    Urian sah sich benommen um, aber nickte ihr schliesslich zu und trat dann vor das Portal. Bevor er sich aber überlegen konnte, ob er es überhaupt hindurch wagen wollte, wurde er hindurch geschubst…

  • Urian Arvenholz

    Prolog 3 – Ankunft in der Stadt der Steine


    Auf der anderen Seite des Portals war alles ganz anders, als er es kannte. Es roch hier nicht nach frischer Natur, dem Harz der Bäume, nach Moos, und den gewohnten Kräutern Teldrassils. Hier in der Stadt der Steine, der Heimat der Menschen, roch es nach Pferdemist, Abfall, nach Kanalisation und anderen seltsam undefinierbaren Dingen.

    Urian wurde von den Priestern und Paladinen zwar freundlich empfangen, aber da er die Allgemeinsprache nicht perfekt sprach, hatte er Mühe, sich zu verständigen. Nachdem er untersucht und ihm seine Gesundheit bestätigt wurde, entliessen ihn die Heiler Sturmwinds. Da er mittellos ankam, gaben ihm die Menschen sogar einen kleinen Obulus in Form von 50 Silbermünzen mit, damit er sich eine Unterkunft für die erste Nacht suchen konnte.

    Doch Urian hatte keinen Plan, wohin er gehen sollte, was er tun sollte und wie er sich überhaupt zurecht finden sollte. Er hoffte, dass seine Schwester Vilerina es ebenfalls hierher schaffte. Vielleicht hatte sie die Kämpfe an der Dunkelküste überlebt und vielleicht schaffte auch sie es irgendwie hierher? Dies war der einzige Hoffnungsschimmer für ihn. Also begann er, sich in der Stadt der Menschen nach seiner Schwester umzusehen. Er lernte rasch seltsame Gestalten kennen und er wunderte sich, wie all die verschiedenen Völker so selbstverständlich miteinander in einer Stadt lebten.

    Die Menschen kannte er flüchtig von ihren Besuchen in Darnassus. Und etwas besser noch kann er die Flüchtlinge aus Gilneas, die damals aufgenommen wurden. Urian wusste, dass sie einen seltsamen Fluch der Wölfe in sich trugen. Doch hier in Sturmwind gab es auch andere, kleinere Gestalten. Die gedrungenen, bärtigen Zwerge wirkten ja noch meist vertrauenswürdig auf ihn. Aber die noch kleineren Gnome waren nervös, zappelig und auch sonst seltsam. Mit ihrer Affinität für Maschinen, Zahnrädern und Werkzeugen waren sie ihm so fremd wie die seltsamen gehörnten Hufwesen die aus einer anderen Welt stammten. Sie waren zwar nicht zahlreich und auch in Darnassus nur ganz selten anzutreffen.

    Aber die neue Sorte Elfen, die ebenfalls in der Stadt der Menschen verkehrte, missfiel ihm gänzlich. Und nicht nur ihm. Die Ren‘Dorei wirkten zwar zurückhaltend, geheimnisvoll und höflich, aber sie studierten angeblich die seltsamen Kräfte der Leere. Ihnen ging er in grossem Bogen aus dem Weg.

    Seine Suche nach seiner Schwester blieb erfolglos. Vilerina war nirgendwo in Sturmwind und er verlor die Hoffnung, überhaupt noch jemanden zu treffen, den er kannte.

    Eine Bleibe für die nächste Nacht war am Abend aber bald gefunden. Im etwas ruhigeren und grüneren Magierviertel, nahe des Parks, fand er in einer Taverne ein Zimmer und ihm wurde eine Schüssel heisse Suppe spendiert. Und einen Becher Bier liess der Wirt ihm ebenfalls gratis servieren, und so machte Urian zum ersten Mal Bekanntschaft mit alkoholischen Getränken. Es dauerte nicht lange, bis er die Wirkung einschätzen konnte und wusste, dass er davon nicht mehr trinken wollte. Doch ein trinkfester Zwerg durchschaute ihn und wusste, dass er nicht bierfest war. Er spendierte ihm weitere Becher Starkbier, und riet ihm, die Becher nicht abzulehnen, um ihm gegenüber nicht unhöflich zu wirken.

    Also war Urian bald ziemlich betrunken und hatte sich nicht mehr ganz unter Kontrolle. Aber bevor es noch schlimmer wurde, mischte sich eine junge Worgin in die Szene ein, setzte sich zu ihm und sprach ihn in gebrochenem darnassisch an:

    „Besser aufpassen und nicht zuviel trinken, sonst du Morgen Kopfweh, junger Elf!“

    Sie lächelte ihn aufrichtig an und er spürte, dass sie ihn vor Schlimmerem bewahren wollte.

    „D….dahnke. Ich bin müde und mir ist schwindlig.“ Flüsterte er ihr zu. Die Worgin nickte.

    „Ich bringen dich auf Zimmer, dann du schlafen. Morgen wir uns sehen und ich dir erklären Welt hier. Ich Tochter der Natur, ich lernen von Kaldorei. Du ebenfalls…“

    Doch Urian schüttelte den Kopf und klopfte auf den Tisch: „Neinh…hicks. Ich beschreite den Weg der Natuhr nischt.“

    Die Worgin blickte ihn lange an und lächelte dann: „Noch nicht. Komm, bringen dich auf Zimmer.“

    Und Urian liess sich von ihr auf sein Zimmer bringen.